Pflegerin und alte Dame Alter Herr und Pfleger Pflegerin mit alter Dame und altem Herrn Alte Dame mit zwei Kindern

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Gutachten

Die weitreichende Reform der Pflegeversicherung durch die PSG I bis III bringt flächendeckende Leistungsverbesserungen für die Pflegebedürftigen. Die grundsätzlichen Strukturmerkmale des bisherigen Systems – und somit auch seine Probleme – werden aber fortgeschrieben.

Eine alternative Ausgestaltung der Pflegeversicherung kann das individuelle Verarmungsrisiko aufgrund von Pflegebedürftigkeit auf die Solidargemeinschaft der Versicherten verlagern und die Segmentierung in einen ambulanten und einen stationären Versorgungssektor überwinden.

Dies gelingt, indem strukturelle Veränderungen der Pflegeversicherung erarbeitet und geprüft werden, durch welche die individuell zu tragenden Pflegekosten – unabhängig von Pflegebedarf, sozialer Situation und Ort der Leistungserbringung – pauschalisiert oder individuell finanziert werden.

Zwei Strukturmerkmale sind für die Ausgestaltung der Pflegeversicherung maßgeblich verantwortlich und damit auch Basis für ein Reform-Konzept:

  • Die sektorale Trennung zwischen dem ambulanten und stationären Sektor im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht.
  • Die Beschränkung der Pflegeversicherung auf pauschalierte, nicht bedarfsdeckende Leistungen, die dazu führen, dass die Pflegebedürftigen für einen Großteil der Leistungen selbst aufkommen müssen.

Werden die möglichen angesprochenen Veränderungen im Leistungs- und im Leistungserbringungsrecht miteinander kombiniert, ergeben sich im Vergleich zum Status quo drei mögliche Reformszenarien (vgl. Abbildung).

Das Gutachten...

...prüft die für die Umsetzung dieser Reformperspektiven notwendigen Veränderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen des SGB XI

...schätzt die ökonomischen Folgen einer entsprechenden Systemumstellung ab

...bewertet die Varianten eines Alternativkonzepts.

Über Prof. Rothgang

Prof. Dr. Heinz Rothgang ist Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Bremen und Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege, Alterssicherung am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (vormals: Abteilung Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung des Zentrums für Sozialpolitik) der Universität Bremen.

Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO), und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) und war bis 2014 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Er war Mitglied im Beirat zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs (2006-09), im Expertenbeirat zur konkreten Ausgestaltung des Neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs (2012-13) und ist derzeit Mitglied im Expertenbeirat zur Einführung des Neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

Unter Leitung von Prof. Rothgang wurden im Jahr 2012 am Zentrum für Sozialpolitik (jetzt SOCIUM) bereits die Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung im Land Bremen evaluiert. Im Rahmen der Förderung von Modellprojekten nach § 8 Abs. 3 SGB XI hat er 2014-5 die Studie zur Erfassung der Versorgungsaufwände im stationären Sektor (EViS) im Auftrag des GKV-Spitzenverbands und des Bundesgesundheitsministeriums geleitet.

Derzeit ist er Ko-Projektleiter bei der Modellhaften Implementierung des Expertenstandards „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege“ (ExMo) sowie der Modellhaften Pilotierung von Indikatoren in der stationären Pflege (MoPIP) im Auftrag der gemeinsamen Selbstverwaltung sowie im Projekt „Ambulantisierung stationärer Einrichtungen im Pflegebereich und innovative ambulante Wohnformen“ des Bundesministeriums für Gesundheit.